Dienstag, 12 Juni 2007
Die verstrickte Dienstagsfrage
Was war das größte Teil (z. B. Tuch, Restedecke, Mantel), das du jemals gestrickt hast? Gibt es Bilder davon?
Und hier gleich die Antwort auf die Frage der Vorwoche: Mein bisher größtes Teil war
diese Decke, die ich für meine Freundin Christine zum Geburtstag gestrickt habe. Christine ist gleichzeitig auch die Taufpatin meiner beiden Söhne und eine wirklich treue Seele! Wenn ich Hilfe brauche, ist sie für mich und die Jungs da und wir verbringen immer wieder schöne Stunden bei ihr auf ihrem Bauernhof. ![]()
Auf dem zweiten Bild sieht man einen Ausschnitt davon, die Decke wurde aus 3 verschiedenen Motiven zusammengestellt und hat mich wirklich viele Nerven gekostet. Ich bin ja eigentlich kein Freund von immer wieder gleichen Vierecken...
Andererseits ist Christine ein Mensch, der echte Handarbeit und die Arbeit, die dahinter steckt, zu würdigen weiß. Sie ist nicht nur Bäuerin mit einem echten Biohof, sondern auch eine echte Künstlerin. Nach mehr als 20 Jahren war sie die erste, die sowohl die Lehrabschlußprüfung als Töpferin als auch die als Kerammalerin mit ausgezeichnetem Erfolg abgelegt hat, war dann lange Zeit in einer bekannten Kachelofen-Firma in der Produktentwicklung und danach für mehr als 3 Jahre in einem Team, das die Albertina in Wien restauriert hat.
Doch nach der Pensionierung ihrer Mutter hat sie nun gemeinsam mit ihrem Bruder den Bauernhof der Eltern übernommen, arbeitet aber auch im Hafnerbetrieb ihres Cousins mit und hat so nebenbei auch noch die Unternehmerprüfung abgelegt und einen eigenen Betrieb gegründet, in dem sie diverse Keramikarbeiten und auch verschiedene Malereien - Restaurierung von Fresken und Haussegen, Schützenscheiben, usw. - macht. Kurz gesagt, Christine ist wirklich eine Frau, die ich sehr bewundere und hat sich deshalb diese Decke einfach verdient!
19:13 Veröffentlicht in Wollschaf | Permalink | Kommentarstatus (0) | Per Email verschicken
Die verstrickte Dienstagsfrage
Als Gegenstück zur Frage der letzten Woche würde mich heute interessieren, was denn das kleinste Teil war, das du jemals gestrickt hast? Gibt es davon Bilder?
Nachdem mich das Wollschaf wieder einmal mit einer Info bedacht hat, muss ich wohl oder übel die Frage beantworten - und die anderen auch!
Kleine T
eile stricke ich laufend, da ich immer wieder Frühchensocken und -häubchen stricke. Irgendwie ist das ein kleines Dankeschön dafür, dass Andi trotz Risikoschwangerschaft und schlechter Prognosen doch kein Frühchen wurde!
18:58 Veröffentlicht in Wollschaf | Permalink | Kommentarstatus (0) | Per Email verschicken
Freitag, 08 Juni 2007
Ein trauriger Abschied
Tja, ich habe zwar lange gehofft, dass ich diesen Eintrag noch nicht schreiben muss, aber leider ist es jetzt soweit. Wir nehmen Abschied von Whisky, meiner alten Katze.
Das Foto wurde vor ein paar Wochen aufgenommen, kurz bevor sie blind wurde.
Whisky war meine zweite Katze, sozusagen ein Kind der Liebe, denn ich habe sie vor zwanzig Jahren von meinem damaligen Freund geschenkt bekommen. Wie das Leben so spielt, der Freund ging, aber die Katze blieb. In den ersten Jahre hatte sie noch eine Gefährtin, meine erste Katze Sherry, die aber leider überfahren wurde.
Tja, Whisky war da geschickter, sie wurde zwar einmal angefahren, blieb aber danach vorsichtig und war mit ihren 20 Jahren mit Abstand die älteste Katze in unserer Umgebung und nach wie vor Alleinherrscherin über unseren Garten. Als Katze eines Tierarztes wurde sie zum Glück nie mit gesunder Katzenernährung belästigt, sie hat 20 Jahre lang Milch mit Wasser getrunken und rohes Fleisch gefressen. Den Menüs der diversen Tierfutterhersteller gegenüber war sie sowieso skeptisch und so bekam sie vor allem in den letzten Jahren das zu fressen, was sie wollte - gekochtes Hühnerfleisch, Nieren - ihre Lieblingsspeise - und am Wochenende eine Portion rohes Schweinefleisch. Unser Fleischhacker hat immer Schnitzelfleisch-Reste für sie gesammelt...
In den letzten beiden Monaten hat sich ihr Sehvermögen leider rapide verschlechtert, sie wurde langsam blind und es war anfangs schrecklich mitanzusehen, wie sie gegen Stühle usw. lief. Aber andererseits fraß sie immer noch mit Begeisterung, ging jeden Vormittag aus dem Haus und kam abends zurück, um mit meinen Eltern eine Stunde lang klassische Musik zu hören - kurz gesagt, sie hatte noch immer Freude am Leben.
Tja, aber vor drei Tagen kam sie von ihrer Runde nicht mehr zurück und bei unserer Suche erzählten uns Nachbarn, dass sie sie in Kreisen über die Wiese gehen sahen - da hat sie wohl unseren Garten gesucht und nicht mehr gefunden... Unsere tagelange Suche war leider vergeblich, wir haben sie nicht mehr gefunden und sind uns sicher, dass sie sich aus Erschöpfung einen ruhigen Ort zum Sterben gesucht hat.
Es ist schrecklich, sich vorzustellen, dass sie so langsam und alleine sterben musste, vor allem, weil wir ja schon überlegt hatten, sie einzuschläfern. Damals kam uns der Zeitpunkt falsch vor, heute denke ich, dass man ihr wohl einiges hätte ersparen können.
So möchte ich nun wenigstens auf diesem Weg meiner Kleinen noch einmal vielen Dank für viele Stunden des Kuschelns und Schmusens, für hunderte Nächte mit einer Katzenhalskrause, für unzählbare erlegte Mäuse und Vögel und für20 wunderschöne Jahre sagen. Whisky, ich hoffe, Du wartest in Nangijala auf uns und streichst durch die Wiesen rund um unser kleines Häuschen - wir werden uns dort wiedersehen!
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