« Die verstrickte Dienstagsfrage | HomePage | Die verstrickte Dienstagsfrage »
Freitag, 08 Juni 2007
Ein trauriger Abschied
Tja, ich habe zwar lange gehofft, dass ich diesen Eintrag noch nicht schreiben muss, aber leider ist es jetzt soweit. Wir nehmen Abschied von Whisky, meiner alten Katze.
Das Foto wurde vor ein paar Wochen aufgenommen, kurz bevor sie blind wurde.
Whisky war meine zweite Katze, sozusagen ein Kind der Liebe, denn ich habe sie vor zwanzig Jahren von meinem damaligen Freund geschenkt bekommen. Wie das Leben so spielt, der Freund ging, aber die Katze blieb. In den ersten Jahre hatte sie noch eine Gefährtin, meine erste Katze Sherry, die aber leider überfahren wurde.
Tja, Whisky war da geschickter, sie wurde zwar einmal angefahren, blieb aber danach vorsichtig und war mit ihren 20 Jahren mit Abstand die älteste Katze in unserer Umgebung und nach wie vor Alleinherrscherin über unseren Garten. Als Katze eines Tierarztes wurde sie zum Glück nie mit gesunder Katzenernährung belästigt, sie hat 20 Jahre lang Milch mit Wasser getrunken und rohes Fleisch gefressen. Den Menüs der diversen Tierfutterhersteller gegenüber war sie sowieso skeptisch und so bekam sie vor allem in den letzten Jahren das zu fressen, was sie wollte - gekochtes Hühnerfleisch, Nieren - ihre Lieblingsspeise - und am Wochenende eine Portion rohes Schweinefleisch. Unser Fleischhacker hat immer Schnitzelfleisch-Reste für sie gesammelt...
In den letzten beiden Monaten hat sich ihr Sehvermögen leider rapide verschlechtert, sie wurde langsam blind und es war anfangs schrecklich mitanzusehen, wie sie gegen Stühle usw. lief. Aber andererseits fraß sie immer noch mit Begeisterung, ging jeden Vormittag aus dem Haus und kam abends zurück, um mit meinen Eltern eine Stunde lang klassische Musik zu hören - kurz gesagt, sie hatte noch immer Freude am Leben.
Tja, aber vor drei Tagen kam sie von ihrer Runde nicht mehr zurück und bei unserer Suche erzählten uns Nachbarn, dass sie sie in Kreisen über die Wiese gehen sahen - da hat sie wohl unseren Garten gesucht und nicht mehr gefunden... Unsere tagelange Suche war leider vergeblich, wir haben sie nicht mehr gefunden und sind uns sicher, dass sie sich aus Erschöpfung einen ruhigen Ort zum Sterben gesucht hat.
Es ist schrecklich, sich vorzustellen, dass sie so langsam und alleine sterben musste, vor allem, weil wir ja schon überlegt hatten, sie einzuschläfern. Damals kam uns der Zeitpunkt falsch vor, heute denke ich, dass man ihr wohl einiges hätte ersparen können.
So möchte ich nun wenigstens auf diesem Weg meiner Kleinen noch einmal vielen Dank für viele Stunden des Kuschelns und Schmusens, für hunderte Nächte mit einer Katzenhalskrause, für unzählbare erlegte Mäuse und Vögel und für20 wunderschöne Jahre sagen. Whisky, ich hoffe, Du wartest in Nangijala auf uns und streichst durch die Wiesen rund um unser kleines Häuschen - wir werden uns dort wiedersehen!
21:40 Veröffentlicht in Blog | Permalink | Kommentarstatus (2) | Per Email verschicken


Kommentarstatus
Ach....
Das tut mir Leid! Fühl´ Dich mal auf die Entfernung hin gedrückt. Sicher geht es Whiskey dort gut, wo sie jetzt ist. Zumindest muss sie nicht mehr leiden....
Traurige Grüße
Suse
Veröffentlicht von: Suse | Samstag, 09 Juni 2007
Danke für Deine lieben Worte, Suse! Bei so einem biblischen Katzenalter rechnet man ja beinahe täglich mit dem schlimmsten, aber wenn es dann so weit ist, dann tut's doch weh! Seitdem ich schon als Kind und jetzt mit meinen Jungs die"Brüder Löwenherz" von Astrid Lindgren gelesen haben, trösten wir uns immer damit, dass wir all unsere "Verstorbenen" in Nangijala wiedertreffen werden... Vor allem Andi denkt sich da immer wieder kleine Abenteuergeschichten aus, was die Oma oder eben jetzt auch Whisky jeden Tag erleben. Auch eine Art der Trauerarbeit...
Ein schönes Wochenende wünscht Euch allen
Irene
Veröffentlicht von: Irene | Samstag, 09 Juni 2007
The comments are closed.